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Kormoran, Haubentaucher und Co.

Dissertation Dr. Zimmermann

 

- Ausgangssituation S.1/3
- Ausgangssituation S.2/3
- Ausgangssituation S.3/3
- Hecht Verletzungen
- Fangstatistik Schleie
- Jahresbedarf
- Nahrungsspektrum
- Zusammenfassung
- Literaturverzeichnis

Auszüge aus:

Untersuchungen der Fischbestände in der
Fußacher Bucht

© Dr. K. Zimmermann

Zusammenfassung

Untersuchungen der Fischbestände in der Fußacher Bucht (Bodensee)

Dissertation an der Paris-Lodron-Universität Salzburg
von Klaus Zimmermann
im Jahr 2002
 (149 Seiten)

Die Fußacher Buch im österreichischen Bereich des Bodensees wurde als Untersuchungsgebiet gewählt, weil sie eine in sich geschlossene vom Rest des Sees abgrenzbare Flachwasserzone darstellt. Ihre Situation ist am ehesten mit der des Bodensee-Untersee vergleichbar. Die Bucht umfasst etwa vier Quadratkilometer Fläche, ihre größte Tiefe beträgt 9m. Fischökologisch betrachtet entspricht sie in vieler Hinsicht einem Hecht-Schleien-See, doch erfüllt sie auch wichtige Aufgaben für die Fischfauna des Pelagial des Bodensee. Gegen Ende der 80er Jahre hat sich an ihrem Ufer ein Schlafplatz von Kormoranen etabliert. Die in dieser Zeit auftretenden Fraßverluste an den Fischbeständen führen zu langfristigen Diskussionen zwischen Fischern und Ornithologen, wissenschaftlich untersucht wurden sie allerdings nie. Zwischen 1997 und 2000 wurden zur Erfassung der Fischbestände in periodischen Abständen Befischungen mit Kiemennetzen, Großreusen (Trappnetze) und anderen Fanggeräten durchgeführt. Die mit den Großreusen gefangenen Fische wurden speziell auf etwaige Verletzungen durch Schnabelhiebe untersucht. Die Fänge wurden entsprechend der CPUE-Methode (engl.: Catch per Unit Effort) standardisiert und ausgewertet. Zur Ergänzung wurden die Fangstatistiken der Berufsfischer und Angler seit 1960 analysiert.

 

 

 

 

 

 

Stand: 22 Dezember, 2013

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Analysen umfassten biotische und abiotische Faktoren sowie anthropogene Einflüsse auf die Fischfauna. Mit einer Gewichtung verschiedenster Einflüsse sollte die Einschätzung der Fraßverluste durch die fischfressenden Vögel objektiviert werden.

Die ornitologischen Untersuchungen umfassten Kormorane, Graureiher, Gänsesäger und Haubentaucher. Aus dem artspezifischen täglichen Fischbedarf dieser Vögel und ihren Bestandszahlen bzw. Anzahlen fressender Individuen wurden die gesamten Fischentnahmen berechnet. Bei Kormorane wurden zusätzlich Mageninhaltsanalysen durchgeführt. Die Fischartenspezifischen Entnahmen wurden durch Gewichtung der Gesamtentnahmen mit den anteiligen Bestandszahlen der Fischarten klassifiziert.

Insgesamt wurden 26 Fischarten in der Fußacher Bucht registriert, darunter waren 12 Cypriniden-Arten. Die individuenreichsten Arten waren Rotaugen (Rutilus rutilus) und Brachsen (Abramis brama), bei den Raubfischen waren Hechte (Esox lucius) und Zander (Sander lucioperca) dominierend. 30% aller Hechte unter 50 cm Gesamtlänge wiesen Verletzungen durch Schnabelhiebe von Kormoranen auf, ebenso 12% aller Schleien. Bei den anderen Fischarten war diese Rate geringer. Verletzungen von Haubentauchern wiesen vorwiegend Jungfische auf, bei den Rotaugen waren es 15% und bei den Brachsen 10% aller juvenilen Individuen.

Die Bestände der Hechte, Schleien und anderen ganzjährig in der Fußacher Bucht lebenden Fischarten sind durch Habitatverluste und andere anthropogen bedingte Faktoren stark vorbelastet. Die winterlichen Entnahmen durch Kormorane stellen wir sie eine erhebliche Zusatzbelastung dar. Dagegen sind aus den Entnahmen der Graureiher, Haubentaucher und Gänsesäger keine negativen Folgen auf die Fischbestände ableitbar.

Zur Abwendung eines überhöhten Fraßdrucks durch Kormorane sind langfristig Maßnahmen zu setzen, die zu einer Verbesserung der ökologischen Situation der Fischbestände selbst führen. Kurzfristig können auch punktuelle Vergrämungen der Vögel Erfolge bringen. Anhand eines Managementplanes werden speziell für die Fußacher Bucht verschiedene Maßnahmenvorschläge diskutiert.

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